Peinliches Lob — offener Brief an die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Fr. Ch. Knobloch


Liebe, hoch verehrte Frau Knobloch,

ein herzliches und großes Danke für Ihren angefügten wundervollen satirischen Beitrag zur heutigen Kanzlerinwahl im Bundestag.

Screenshot-2018-3-15 (2) Charlotte Knobloch

Fast wäre ich wirklich darauf hereingefallen und Sie hätten es doch tatsächlich geschafft mich glauben zu machen, ich sei auf einer ganz anderen Veranstaltung, in einem falschen Film oder so — und Sie sprechen da ganz sicher von einer dritten, mir nicht bekannten Politdarstellerin.

Aber als Sie dann von geschichts- und verantwortungsbewusster Haltung Frau Merkels schrieben sowie eigens betonten, dass Sie tiefes Vertrauen haben in die Amtsführung dieser, wie die Wahlen dokumentieren, im Wesentlichen gescheiterten und trotz halsbrecherischer Koalitionsakrobatik und künstlicher Beatmung durch die einschlägigen Ja-Sager Medien heute beinahe wieder – und diesmal sogar wegen ihrer eigenen Leute — durchgefallenen Kanzlerin, da habe sogar ich es bemerkt:

Wenn Sie uns allen mit starken Worten Ihre Erleichterung darüber kundtun, dass wir unter dieser Chefin ab heute wieder eine stabile und engagierte Regierung besitzen, die um ihre Verantwortung weiß, dann tun Sie das unfraglich mit nur von Ihnen so meisterlich gekonnter Ironie in bravouröser Weise für uns. Anders kann es angesichts der von uns allen täglich erlebten wirklichen politischen und gesellschaftlichen Realität in unserem Lande bei einer gestandenen jüdischen Funktionärin Ihrer Erfahrung, Ihres Gewichts und Ihres klaren Blicks gar nicht sein. Und sagen Sie bitte nur nicht, wir hätten uns all die Jahre so sehr in Ihnen geirrt.

Nein, nein — Sie wollen uns doch ganz sicher mit Ihrer herzerfrischenden, fast ein bisschen tragikomischen Satire nur zum Lachen bringen: Wir sollen lachen, um nicht weinen zu müssen: Über die mit dieser Regierung der Wahlverlierer jetzt wohl unausweichlich auf uns zukommenden neuen Demontage-Jahre für unser Rechtssystem und unsere freiheitliche westliche Lebensart — einfach wundervoll !!

Meine Schuld — das hätte mir angesichts der Wortwahl Ihres tollen Beitrags natürlich gleich auffallen müssen. Soviel dick aufgetragene, alle Fehler verdeckende Lob-Schminke kann bei niemandem ernst gemeint sein. Soviel Lob wäre sogar bei einer wirklich verdienten Person unerträglich und dazu wohl auch unnötig.

Bei einer politischen Fehlbesetzung wie unserer neuen, alten Kanzlerin, die durch ihre unkontrollierte Einlass- und Asylpolitik für islamischen Judenhass sowie dessen Frauen- und Demokratieverachtung in den bisherigen viel zu vielen Jahren ihrer Amtszeit ein Sicherheitsdesaster für diese Republik und ganz besonders für die jüdische Bevölkerungsminderheit angerichtet hat, die darüber hinaus mit ihren bisherigen ministerialen Fehlgriffen Steinmeier und Gabriel im Außenamt eine massiv Israel-averse Außenpolitik verschuldet und die zudem für den größten Vertrauensverlust der Bürger gegenüber der Demokratie und für den größten Rechtsruck der Nachkriegsgeschichte in unserem Staat verantwortlich ist, kann es sich bei Ihrem Posting, sehr verehrte Frau Knobloch, eindeutig nur um einen humorigen Beitrag von der Art „ Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ handeln.

Sorry, fast hätte ich Ihnen Unrecht getan — aber manchmal dauert es bei mir eben etwas länger, bis der Groschen fällt.

Herzlichst
Ihr Dr. Rafael Korenzecher

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