Konstantinopel und die Ent-Graezifizierung Kleinasiens — ein kleiner Ausflug in die Geschichte


Angesichts der Kritik zu meiner kleinen Asterix-Satire und den Beschimpfungen, die ich wegen meiner Feststellung bekommen habe, Istanbul sei eine geraubte Hauptstadt, hier noch einmal aus gegebenem Anlass ein kleiner geschichtlicher Exkurs:

Eroberung-von-Konstantinopel-Merian-Conquest-of-Constantinople-Merian

Vergleiche hinken zwar immer etwas, aber mit dem vorangehend geposteten, aktuell modifizierten Asterix-Bildchen von Uderzo/Goscinny sollten natürlich keine gegenwärtigen Römer gekränkt werden.

Für jeden erkennbar — ist dies ausschließlich ein humoriger Vergleich zwischen Gaggenau und dem völlig fiktiven idyllischen Örtchen Klein-Bonum im Römer-bekriegten Gallien zu Zeiten Cäsars, mit dem Ziel in satirischer Weise den Mut der aktuellen dortigen Absage an die türkische Wahlveranstaltung zu veranschaulichen.

Die Feststellung “ den Hellenen geraubt “ stellt eine aus meiner Sicht zulässige Simplifizierung des tatsächlichen geschichtlichen Geschehens um die überaus grausame Eroberung und den Untergang Konstantinopels im Jahre 1453 also vor etwas mehr als 550 Jahren durch die Osmanen unter dem Sultan Mehmet II dar.

Konstantinopel war zu diesem Zeitpunkt die Hauptstadt des vorwiegend griechisch(mittelgriechisch)-sprachigen Byzantinischen Reiches, ist aber faktisch eine hellenische (griechische ), Gründung aus der Antike , in der es ca. 650 B.C. als Byzantium entstand.

Nachdem der römische Kaiser Konstantin sie nach weiterem Ausbau im Jahre 330 n.Chr. zu seiner Residenz gemacht hatte, bekam Byzanz für eine sehr kurze Zeit offiziell den Namen Nova Roma.

Schon nach nach dem Tode Konstantins erhielt sie zu seinen Ehren im Jahre 337 n. Chr. den Namen Konstantinopel. Zwar beanspruchte sie — kurz unterbrochen durch die Eroberungen und Plünderungen des Vierten Kreuzzugs zu Beginn des 13. Jahrhunderts — als Hauptstadt des Ost-Römischen (Byzantinischen) Reiches den Rang eines neuen Rom, behielt aber über 1000 Jahre den Namen Konstantinopel bis zur blutigen und mordlüsternen Eroberung durch die Osmanen.

Wie grausam und blutig die Truppen Allahs wüteten, beschreibt die 2006 verstorbene italienische Schriftstellerin Oriana Fallaci wie folgt:

>>>>>>>>>>Die osmanischen Truppen, die trommelschlagend durch die Breschen in den einstürzenden Mauern eindringen, die genuesischen, venezianischen und spanischen Verteidiger überrennen, sie samt und sonders mit Säbelhieben niedermetzeln, dann in die Kathedrale stürmen und sogar die Säuglinge köpfen. Die Köpfchen nehmen sie zum Kerzenlöschen … Es dauerte vom Morgengrauen bis zum Nachmittag, das Blutbad. Es verebbte erst in dem Augenblick, in dem der Großwesir auf die Kanzel der Hagia Sophia stieg und zu den Schlächtern sagte: »Ruht euch aus. Dieser Tempel gehört jetzt Allah.<<<<<<<<<< ( Oriana Fallaci )

Faktisch wurden von den entfesselten Dienern Allahs, den Janitscharen des Sultans, in wenigen Stunden tausende von Nonnen vergewaltigt und mit Durchschneiden der Kehle getötet. Männer wurden gekreuzigt und gepfählt. Von den Müttern in der christlichen Hagia Sophia versteckte Säuglinge wurden im Namen der Religion des Friedens von den Janitscharen enthauptet.

Unter nicht geringer Beteiligung ausländischer , auch europäischer Gäste begeht Erdogan alljährlich voller Stolz am 29.Mai mit hundertausenden frenetisch feiernden Landsleuten und „wunderschönen“ Janitscharen-Auftritten den Jahrestag dieses bestialischen Raubzugs und schwärmt dazu — von unserer duckmäuserischen Appeasement-Politik nicht wirklich kritisiert — von der Eroberung Jerusalems, deren Vollzug er seinen Landsleute noch in dieser Generation gelobt.

Dass die Liste der osmanisch-türkischen Eroberungszüge mit dem Fall Konstantinopels längst nicht beendet war und die gewaltsame Einvernahme Kleinasiens und weiterer Regionen durch die Osmanen weiterging, belegen die historischen Abläufe der folgenden 500 Jahre bis zur Neuzeit.

Nach dem türkischen Völkermord  an den Armeniern, bei dem in Massakern und Todesmärschen,  haupsächlich in den Jahren 1915 und 1916 über 1 Million Armenier umkamen, wurden nach Verfolgungg und Pogromen gegen den griechischen Bevölkerungsteil , besonders zwischen 1914 und 1923, noch im Jahre 1923 etwa  900 Tausend Griechen aus der Türkei vertrieben.

Im Jahre 1974 haben die Türken Völkerrechts-widrig den nördlichen Teil Zyperns besetzt und dort mit Waffengewalt eine nicht legitimierte, pseudo-autonome Türkische Republik Nordzypern geschaffen, deren rechtswidrige Existenz bis heute weder zur dezidierten Abhilfe duch die Völkerfamile der UNO noch der EU geführt und auch der Vollmitgliedschaft der Türkei in der NATO  keinen Abbruch getan hat.

Wie schön, dass wir, dank unserer politischen Entscheider, bei dem Hitler-liken Ermächtigungs-Durchmarsch der Lichtgestalt Erdogan zu der von ihm geführten Präsidialdikatur behilflich sein dürfen.

Dr. Rafael Korenzecher

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